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Konjunkturentwicklung Bauhauptgewerbe erstes Halbjahr 2021

Das Bauhauptgewerbe war mit einem Rekordauftragsbestand von etwa 56 Mrd. EUR in das Baujahr 2021 gestartet. Im Laufe des Jahres hat sich jedoch aufgrund des Wintereinbruchs und des wieder erhöhten Mehrwertsteuersatzes die Konjunktur deutlich verlangsamt.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreichte in den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten im ersten Halbjahr 41,3 Mrd. EUR, das waren 3,1 % weniger als vor Jahresfrist. Die Auftragseingänge erreichten 45,4 Mrd. EUR, das ist ein Zuwachs von 4,8 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Nachfrage wird vor allem durch den Wohnungsbau (+15 %) und den Wirtschaftsbau (+8 %) gestützt. Demgegenüber bleibt die Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand zurückhaltend, sie liegt 5 % unter dem Vorjahresniveau.

Die Probleme bei der Materialbeschaffung und die daraus folgenden deutlichen Preiserhöhungen für Baustoffe dämpfen auch die Aussichten für die nächsten Monate. Die Bauunternehmen werden nicht umhinkommen, die Baupreise entsprechend weiter anzupassen. Per Juni haben die Preise für Bauleistungen gegenüber dem Vorjahr um fast 4 % zugelegt. (Zur Baupreisentwicklung im Einzelnen siehe den folgenden Beitrag).

Im Wohnungsbau wurden im ersten Halbjahr insgesamt ca. 190.000 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt, das waren gut 13.000 Einheiten oder 7,6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch die Auftragsbestände im Wohnungsbau haben im abgelaufenen Halbjahr in jedem Monat gegenüber dem Vorjahr Zuwächse verzeichnet. Kumuliert liegt das Plus bei nominal +14,8 %.

Der Wirtschaftsbau zeigt sich hingegen im ersten Halbjahr sehr volatil und hinsichtlich der Gebäudetypen sehr unterschiedlich. Bei Büro- und Verwaltungsgebäuden liegen die Baugenehmigungen bei +13,7 %. Demgegenüber verzeichnen die industrienahen Gebäudetypen ein Minus von 26,7 %. Lagergebäude halten sich weiterhin auf hohem Niveau. Die Orderentwicklung fällt in den kommenden Monaten voraussichtlich verhalten aus. Kumuliert liegen die Order bei 18,7 Mrd. EUR, das ist ein Plus von 8,4 %. Der Umsatz im Wirtschaftsbau erreichte im ersten Halbjahr  17,6 Mrd. EUR, das ist ein Minus von 2,2 %

Im öffentlichen Bau sinkt die Investitionsneigung deutlich. Die Order im Tiefbau erreichen 12,8 Mrd. EUR, das ist ein Minus von 5,5 %. Den Kommunen fehlen coronabedingt die Mittel und auch die Investitionsbereitschaft. Der Umsatz im Wirtschaftsbau erreichte im ersten Halbjahr 13 Mrd. EUR, das ist ein Minus von 5,8 %.